Mehrheit kritisiert fehlende Ressourcen für den Umgang mit kultureller Vielfalt in Kindergärten

INTEGRAL-Umfrage zum „Tag der Elementarbildung“ zeigt überwiegend positive bis neutrale Haltung zur Vielfalt

Kindergärten stehen vielfach vor großen personellen und finanziellen Herausforderungen. Angesichts der wachsenden kulturellen Vielfalt in unseren Bildungseinrichtungen wird deutlich, dass es entschlossene bildungspolitische Maßnahmen braucht, um dieses Potenzial als Ressource zu erkennen und zu nutzen. Die breite Mehrheit der Bevölkerung steht der kulturellen Vielfalt an sich positiv bis neutral gegenüber, kritisiert aber die geringen Budgetmittel. Dies zeigt eine aktuelle INTEGRAL-Studie anlässlich des bereits neunten Tages der Elementarbildung am 24. Jänner in Kooperation mit dem Netzwerk Elementare Bildung Österreich (NeBÖ). Im Rahmen einer Onlinebefragung wurde ein aktuelles Stimmungsbild zum Thema Elementarpädagogik erhoben. Dabei zeigt sich auch: Die wahrgenommene Bedeutung der Elementarpädagogik befindet sich auf einem historischen Höchststand.

Bedeutung der Elementarbildung auf Höchststand

Der Tag der Elementarbildung ist bislang nur 8% der Bevölkerung bekannt. Dagegen erreicht das Bewusstsein über die Bedeutung der Elementarbildung einen neuen Höchststand seit 2017: 89% der Befragten halten es für sehr oder eher wichtig, dass bereits im Kindergarten Bildung vermittelt wird. Speziell Befragte aus den östlichen Bundesländern und Personen mit Matura nehmen wahr, dass Kindergarten und Krippe weit mehr sind als reine Betreuungseinrichtungen.

Kulturelle Vielfalt: Positives bis neutrales Stimmungsbild

Angesichts zahlreicher politischer Diskussionen mag es überraschen: Die kulturelle Vielfalt in Kindergärten wird nur von einer Minderheit als negativ wahrgenommen. 45% finden es grundsätzlich positiv, dass in Kindergärten Familien mit unterschiedlichen Sprachen, Religionen oder Traditionen aufeinandertreffen. Besonders aufgeschlossen zeigen sich Befragte zwischen 16 und 29 Jahren, jene mit Matura, aus Wien sowie Personen mit Migrationshintergrund. Weitere 37% stehen dem Thema neutral gegenüber. Lediglich 18% sehen die Vielfalt kritisch. Kulturelle Unterschiede werden im Kindergartenalltag vor allem im Bereich der Sprache wahrgenommen: 74% der Befragten nennen Sprachbarrieren als häufigste Auswirkung. Darüber hinaus werden Unterschiede bei Festen und Jahrestagen wie Ostern oder Nikolo sowie bei Fragen der Kindererziehung erwähnt (je 66%). Hinsichtlich Esskultur nehmen 65% und in Bezug auf die Rolle der Frauen in der Gesellschaft 60% unterschiedliche Zugänge der Kulturen wahr.

Hohe Kompetenz der Kindergärten im Umgang mit Vielfalt

Zwei Drittel (68%) vertreten die Meinung, dass in Österreichs Kindergärten ausreichend auf kulturelle Unterschiede eingegangen wird. „Die Ergebnisse zeigen klar die Wertschätzung für die Arbeit der Elementarpädagogik auf, die trotz budgetärer Engpässe kompetente Unterstützung in dieser wichtigen Weichenstellung für die Zukunft leistet. Kulturelle Vielfalt in unseren Kindergärten kann mit einer gelungenen Strategie aus einer Herausforderung eine Chance machen.“, sagt dazu Sandra Cerny, Studienleiterin bei INTEGRAL.

Geteilte Meinungen zu Auswirkungen kultureller Vielfalt

Die Befragten nehmen die Auswirkungen kultureller Vielfalt differenziert wahr: 35% verbinden damit ein besseres gegenseitiges Verständnis, jeweils 30% sehen eine Bereicherung für alle Kinder bzw. eine Förderung der Integration. Befragte mit Migrationshintergrund, mit Matura und jene aus Großstädten nehmen die Vorzüge dabei generell verstärkt wahr. Gleichzeitig geben 38% an, dass kulturelle Vielfalt auch zu Konflikten führen kann. Rund ein Viertel (26%) sieht eine mögliche Benachteiligung einzelner Kinder.

Breite Kritik an verfügbaren Mitteln

Eindeutig ist hingegen das Meinungsbild in Hinblick auf verfügbare personelle und finanzielle Mittel. Nur gut ein Drittel der Befragten hat den Eindruck, dass Kindergärten ausreichende finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung stehen, um unterschiedliche kulturelle Bedürfnisse ausreichend berücksichtigen zu können. „Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, unsere elementaren Bildungseinrichtungen bestmöglich in ihrem sehr kompetenten Umgang mit den kulturellen Herausforderungen zu unterstützen.“, sagt dazu Natascha J. Taslimi, Vorsitzende des NeBÖ.

Von 20. bis 25. November 2025 wurden 500 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 75 Jahren im Rahmen des INTEGRAL Onlinebus zu diesem Thema befragt.

Über INTEGRAL

INTEGRAL ist ein Full-Service-Institut und Anbieter maßgeschneiderter Marktforschungslösungen auf wissenschaftlicher Basis, von der Datenerhebung bis zur Lieferung handlungsrelevanter Informationen und Empfehlungen. INTEGRAL kooperiert eng mit den Schwesterunternehmen SINUS Markt- und Sozialforschung in Heidelberg und Berlin und OPINION Market Research & Consulting, Nürnberg (INTEGRAL-SINUS-OPINION Gruppe). In Kooperation mit dem Heidelberger SINUS-Institut, dessen Mehrheitsanteile INTEGRAL im Jahr 2009 übernommen hat, engagiert sich der österreichische Marktforscher intensiv in der Sinus-Milieu Forschung. Die Ergebnisse bieten Marketingentscheidern aus Unternehmen, Medien und Politik wettbewerbsrelevante Informationen über Märkte und Zielgruppen.

Für Rückfragen: Mag. Sandra Cerny, Studienleitung

www.integral.co.at, Anfragen an office@integral.co.at, Tel. +43 1 7991994

 

Über NeBÖ

NeBÖ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen in elementaren Bildungseinrichtungen aller Beschäftigten einsetzt. NeBÖ vernetzt sich österreichweit mit allen Initiativen im Bereich Elementarpädagogik und Berufsgruppen elementarer Bildung, um gemeinsam mehr zu erreichen. „Let's get loud!“ ist sein Motto und besonders am Tag der Elementarbildung wendet sich NeBÖ vereint für mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung im Berufsfeld elementarer Bildung an die Öffentlichkeit und Politik. Der Tag der Elementarbildung ist ein österreichweiter Aktionstag, zu dem der NeBÖ einlädt. Katharina Antolkovich-Swoboda und Katharina Albrecht koordinieren die Veranstaltung für NeBÖ und dokumentieren die Aktionen in den Bundesländern.

Kontakt: www.neboe.at und www.elementarbildung.at

Für Rückfragen zum Tag der Elementarbildung:

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Die gesamte Studie können Sie unter folgendem Link herunterladen:

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